Die verschiedenen HDMI-Spezifikationen

Eumel

MV Core Team
#1
HDMI und kein Ende - das High Definition Multimedia Interface ist der anschlussseitige Motor der HD-Ära. Doch in der Praxis gestaltet sich der Umgang mit der digitalen Audio-/Videoschnittstelle als relativ kompliziert. Zu viele unterschiedliche HDMI-Versionen, von 1.0 bis zu 1.3 sind vertreten. Wir möchten etwas Licht ins Dunkel bringen. Hier häufig gestellte Fragen und die Antworten:

Was heißt HDMI? HDMI ist die Abkürzung für "High Definition Multimedia Interface".
Ãœberträgt HDMI Bild- und Tondaten? Ja, HDMI übertragt Bild- und Tondaten. Somit ist nur noch ein einziges Kabel für die audiovisuelle Signalübertragung nötig.
Welche HDMI-Formate gibt es überhaupt? HDMI 1.0 startete im Dezember 2002. Die Version 1.1 wurde im Mai 2004 vorgestellt, darauf folgte im August 2005 HDMI 1.2. Im Dezember des gleichen Jahres kam HDMI 1.2a an den Start. Seit Juni 2006 gibt es HDMI 1.3.
Welche Verbesserungen bzw. erweiterten Features brachten die einzelnen HDMI-Versionen? HDMI 1.1 brachte die Unterstützung für DVD-Audio (nicht SACD!). HDMI 1.2 umfasste den Support für 1-Bit-Audioformate (z.B. den Direct Stream Digital/DSD von der SACD) und sorgte für eine bessere HDMI-Unterstützung bei PCs. Nun war es möglich, mittels des weit verbreiteten Type A HDMI-Anschlusses auch PC-Komponenten miteinander zu verbinden. PC-Quellen erhielten die Möglichkeit, ihren nativen RGB-Farbraum zu nutzen. Der YCbCr-Farbraum der Unterhaltungselektronikindustrie wurde parallel ebenfalls unterstützt. Hauptmerkmal der Version 1.2a waren CEC (Consumer Electronics Control)-Funktionen, die den Austausch von Steuerbefehlen zwischen verschiedenen Geräten ermöglichen. Sehr viele Neuerungen erhielten mit HDMI 1.3 Einzug. So wurde die Geschwindigkeit erhöht. Die Single-Link-Bandbreite beträgt nun 340 MHz (10.2 Gbps), damit auch zukünftig nahezu jeder denkbare visuelle HD-Standard unterstützt werden kann - und zwar bezüglich Auflösung, Farbraum und Frame-Rate. Hinzu kommt, dass auf HDMI 1.3 weitere HDMI-Versionen fußen können, die nochmals höhere Ãœbertragungsgeschwindigkeiten ermöglichen. Neu hinzu kam auch "Deep Color": HDMI 1.3 unterstützt 10, 12 und 16 bit als Farbtiefe (RGB oder YCbCr) - ein wichtiger Unterschied zu den maximal 8 bit Farbtiefe früherer Spezifikationen. Ein stimmiges Rendering von über 1 Milliarde Farben kann so sichergestellt werden. Hinzu kommt die Möglichkeit zur Darstellung breiterer Farbräume: “x.v.Color™” entfernte noch bestehende Limitationen hinsichtlich der Farbraum-Darstellung und ermöglicht es, dass Displays prinzipiell jede Farbe anzeigen können, die das menschliche Auge wahrnimmt. Neu bei HDMI 1.3 ist eine HDMI Mini-Buchse: Kleine transportable Geräte wie HD-Camcorder oder Digitalkameras können somit auch direkt mit anderen HDMI-Komponenten verbunden werden. Integriert in HDMI 1.3 wurde auch eine LipSync-Funktion, die das zeitgleiche Eintreffen von Audio- und Videosignal sicherstellt - und zwar automatisch. Sehr wichtig ist auch dieses Feature von HDMI 1.3: Alle neuen HD-Tonformate, also die verlustbehaftet komprimierten Dolby Digital Plus und DTS-HD High Resolution Audio ebenso wie die verlustlos komprimierten Formate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio können mittels HDMI 1.3 übertragen werden.
Des Weiteren stellt sich die Frage: Gibt es Differenzen zwischen den aktuellen Spezifikationen HDMI 1.3, HDMI 1.3a oder HDMI 1.3b? Bezüglich der Funktionalität und der Features gibt es keine Differenzen zwischen diesen HDMI-Versionen. Sie sind alle geeignet, die neuen HD-Tonformate zu übertragen (Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio und DTS-HD High Resolution Audio) und auch für alle aktuellen Arten von Bildsignalen bis hoch auf 1.080p/24 Hz geeignet.
Sind die verschiedenen HDMI-Versionen zueinander kompatibel? Alle HDMI-Versionen sind kompatibel zueinander.
Wenn ich keinen Blu-ray-Player/HD DVD-Player mit HDMI 1.3 nutze - wie kann ich dann Tonspuren, die in den neuen HD-Tonformaten vorliegen, vom Player zum AV-Receiver transportieren? Die neuen Tonformate können im HD DVD/Blu-ray-Player in ein entsprechendes PCM-Signal konvertiert werden - alle HDMI-Versionen unterstützen bis zu 8 Audio-PCM-Kanäle mit maximal 192 kHz und 24 bit. Allerdings muss der Anwender sicherstellen, dass der Blu-ray- oder HD DVD-Player in der Lage ist, die neuen DTS- und Dolby HD-Tonformate in ein entsprechendes PCM-Signal zu wandeln, bevor die Signalausgabe über den HDMI-Ausgang erfolgt. Das Decoding erledigt in diesem Fall der Blu-ray- oder HD DVD-Player. Verfügt der Anwender über einen AV-Receiver oder -Verstärker mit Decodern für die neuen HD-Tonformate und bringt der Blu-ray- oder HD DVD-Spieler eine HDMI 1.3-Schnittstelle mit, so kann das Dolby- oder DTS-Signal direkt ohne Decoding im Player zum AV-Receiver/Verstärker transportiert werden, wo es dann decodiert wird.
Wenn ich die neuen HD-Tonformate nicht benötige, aber die höchstmögliche Bildqualität ein "Muss" für mich ist: Brauche ich dann HDMI 1.3? Nein. Alle HDMI-Formate können 1.080p-Bildsignale transportieren. Wichtig: Der Kopierschutz HDCP muss korrekt funktionieren, und der Handshake zwischen den Geräten muss korrekt ablaufen, dass von beiden Geräten das entsprechende 1.080p-Signal erkannt wird. Dies ist leider in der Praxis absolut nicht immer gegeben. Gerade bei Komponenten, die automatisch die maximale Ausgabe-Auflösung nach "Rücksprache" mit dem bildausgebenden Gerät ermitteln, kann es oft sein, dass trotz eines prinzipiellen 1.080p-Supports seitens des Bildwiedergabegerätes nur 1.080i übertragen wird.
Was ist der Unterschied zwischen Aktiv-HDMI und Passiv-HDMI? Hier handelt es sich nicht um unterschiedliche Normen, sondern nur um HDMI-Kabel mit unterschiedlichen Eigenschaften. Ein HDMI-Kabel, das aktiv ist, verfügt über eingebaut Signal-Repeater, was für eine gleichbleibende Signalstärke auch bei langen Kabelstrecken sorgt. Ein passives HDMI-Kabel, welches das ursprüngliche Signal nicht verstärkt, könnte ab einer bestimmten Länge für einen nicht mehr korrekten Signaltransport verantwortlich sein.

Quelle: areadvd.de
 
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