Begriffe und Abkürzungen, die bei HDTV vorkommen...

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Eumel

MV Core Team
#21
Was ist ein Farbraum?

Das menschliche Auge nimmt Farbtöne wahr, die kein Bildschirm darstellen kann, etwa Nordlichter oder die Reflexionen auf einer CD. Bildschirmen werden enge Grenzen gesetzt durch die Leuchtmaterialien (zum Beispiel das Phosphor bei Bildröhren) oder die Farbfilter. Daher muss man definieren, wie gesättigt ein Farbton jeweils ist, damit die Grundfarben Rot, Grün und Blau einheitlich wiedergegeben werden. 100 Prozent, also voller Pegel zum Beispiel im Grün-Kanal, entsprechen in Wirklichkeit nur einem bestimmten Punkt innerhalb des sichtbaren Spektrums, nicht farbreinem Licht mit einer Frequenz von 530 nm oder einem benachbarten Wert. In der Kombination mit den anderen beiden Farbkanälen lässt sich so jeder Wert innerhalb des definierten Dreiecks exakt wiedergeben; diese Werte genau zu treffen, in Farbton wie Helligkeit, dazu dient die so genannte Kalibrierung. Das gilt übrigens für Kameras genau wie für Bildschirme. Werden die Parameter nicht exakt eingehalten, entstehen falsche Farben, um ehesten sichtbar im Grün; dort liegt das aktuell benutzte Sprektrum nahe an der Grenze der in der Natur vorkommenden Farben. Eine Verschiebung des Grünpunkte führt daher schnell zu synthetisch aussehendem Rasen, etwa bei Fussball-Ãœbertragungen. Gebräuchlicher Farbraum ist ITU-R 601, auch als EBU-Farbraum bekannt und für PAL gültig; er wird mit kleinen Änderungen auch bei HDTV verwendet. Für NTSC gab es anfangs ein wesentlich erweitertes Modell, das aber nicht angewandt wurde; heute taucht es gelegentlich in Angaben über den möglichen Farbumfang von Fernsehern auf („110 Prozent NTSC“). Neu ist der sogenannte xvYCC-Farbraum (da und dort auch xvColor genannt), der die Grenzpunkte nach aussen verschiebt. Er wird von Camcordern im AVCHD-Standard genutzt, erste Bildschirme können ihn auch darstellen.
 

Eumel

MV Core Team
#22
Was soll man machen, wenn man an seinem TV die Farbräume 601 und 709 einstellen kann?

Die beiden Standards sind Empfehlungen der Internationalen Telekommunikations-Union, so genannte ITU-Rec BT.601 und BT.709. 601 ist die Norm für PAL-Farbbilder, auch bekannt als EBU-Farbraum. Alle Videosignale mit 576 Zeilen sollten nach dieser Norm abgestimmt sein, damit sie auf Bildschirmen korrekt wiedergegeben werden. Die entsprechende Norm für HDTV-Bilder ist 709. Beide Normen unterscheiden sich nicht gravierend voneinander, aber im direkten Vergleich doch sichtbar. Daher gilt folgende Regel: Wenn es sich um Bilder in PAL handelt, sollte immer 601 verwendet werden, bei HDTV-Quellen dagegen setzt man korrekterweise den Farbraum 709 ein. Wenn die Umschaltung am Fernsehgerät möglich ist, sollte man die Einstellung kontrollieren – je nach dargestellten Bildern. Bei normalem TV-Programm oder DVD also 601, bei HDTV-Bildern eben 709. Die Tücke liegt allerdings darin, dass neuerdings immer mehr Geräte in der Lage sind, die Auflösungen umzuwandeln. Das trifft vor allem auf DVD-Player zu, ebenso neuere Digital-TV-Settopboxen mit HDMI-Ausgang. In vielen Fällen richtet sich der Bildschirm automatisch nach der Zeilenzahl des eingehenden Signals, wählt also bei 1080 oder 720 Zeilen den HD-Farbraum. Wenn die Quelle dann aber eine hochskalierte DVD oder ein normales Digital-TV-Programm ist, dann ist die Darstellung verfälscht, weil 601-erzeugtes Material als 709 verarbeitet wird. Wer in einem solchen Fall die Möglichkeit hat, die Einstellungen von Hand einzustellen, sollte dies tun.
 

Eumel

MV Core Team
#23
xvYCC auf einem normalen Bildschirm besser als Camcorderaufnahmen?

Tatsächlich sollte man erwarten, dass ein Signal mit erweitertem Farbraum auf einem Bildschirm ohne diese Fähigkeit falsch dargestellt wird, ja sogar weniger gesättigt. Eine richtige Darstellung dürfte doch eigentlich erst bei entsprechendem Eingang wirksam sein. Tatsächlich ist es aber so, dass Aufnahmen von Camcordern, die den erweiterten Farbraum xvYCC (auch x.v. Color genannt) beherrschen, meistens besser aussehen. Das hat zwei Gründe.
Zum einen werden digitale Videosignale traditionell mit etwas Abstand nach oben und unten codiert, um Spielraum für die Beseitigung von Störungen (Aliasing) zu haben. Ein Kanal mit acht Bit nutzt dann von den möglichen Stufen 0 bis 255 nur 16 bis 235 (in den beiden Farbdifferenzkanälen 16 bis 240). PC-Signale lassen diese Begrenzung weg und nutzen 0 bis 255. Da xvYCC einen weiteren Farbraum darstellen muss, hat man beschlossen, hier ebenfalls den vollen Spielraum zu nutzen. Daher wirken die Bilder kräftiger und kontrastreicher, auch auf Bildschirmen ohne x.v. Color.
Ein zweiter Grund ist, dass bisher immer auf den RGB-Farbraum Rücksicht genommen wurde. Werte, deren Summe in RGB bisher unter 0 oder über 1 lagen, waren verboten, die Farben konnten also nicht übertragen werden. Bei x.v. Color (genauer gesagt xvYCC/IEC 61966-2-4) ist dieser Farbraum zugelassen, und damit auch nutzbar, wenn Camcorder und Bildschirm per HDMI verbunden sind – dort ist neben RGB auch immer YUV möglich. Damit wirken einzelne Farben heller und gesättigter, sie leuchten stärker.
Für wirklich korrekte Darstellung braucht man aber tatsächlich einen Bildschirm mit HDMI-Eingang in Version 1.3, bei dem x.v. Color unterstützt wird. Deep Color dagegen ist etwas anderes, nämlich die Ãœbertragung mit mehr als acht Bit (12 bis 16).
 

Eumel

MV Core Team
#24
Mein Blu-ray / HD DVD Player gibt kein 24p aus, ich erkenne trotzdem kein Ruckeln...

Das kann mehrere Ursachen haben:
1. Man hat es bisher nicht bemerkt. Denn das Ruckeln, dass durch die unregelmässige Umwandlung der 24 Filmbilder auf 60 Hertz entsteht (der erste Halbbild dreimal, das zweite zweimal, daher 3:2 Pulldown genannt), fällt umso stärker auf, je grösser ein Bildschirm ist – hier folgt das Auge den Objekten über den Schirm. Und es hängt natürlich stark von der jeweiligen Szene ab. Bei Schwenks über harte Konturen, etwa Gebäude oder Personen, ist es kaum zu übersehen.
2. Manche Bildschirme haben eine spezielle Filmmode-Erkennung, die aus den 60 Halbbildern herausfindet, welche vom gleichen Filmbild stammen. Diese werden dann in einer geichmässigen Abfolge wiederholt, etwa mit 72 Hertz (drei Bilder pro Filmbild, 3:3).
 

Eumel

MV Core Team
#25
Mein Player und der Bildschirm sind 24p fähig, es ruckelt aber trotzdem.

Auch hier kommen mehrere Ursachen in Betracht:
1.) Auch Filmbilder im Kino ruckeln, da die Frequenz von 24 Bildern pro Sekunde zuwenig für flüssige Bewegungen ist. Schwenkt ein Kameramann zu schnell, was früher verpönt war, bemerkt man ein leichtes Ruckeln. Das verschwindet erst ab etwa 50 Bildern pro Sekunde, wie bei TV-Aufnahmen üblich. Dafür sind die aber unscharf bei Bewegung, bedingt durch das Halbbild-Verfahren (ausser kommende 720p/50-Ãœbertragungen). Dagegen hilft das Errechnen von Zwischenbildern, wie bei 100-Hz-LCDs der Fall. 2.) Manche Bildschirme akzeptieren zwar am HDMI-Eingang 24p, rechnen die Signale intern aber wieder auf 60 Hertz um, weil sie keine höheren Bildwechselfrequenzen beherrschen. Damit ist der 3:2 Pulldown wieder gegeben, das Bild sieht so aus, als ob es mit 60 Hertz vom Player geliefert würde. 3.) Es kann passieren, dass die Informationen des Bildschirms fehlerhaft sind oder verloren gehen. Per HDMI teilt er nämlich dem Player mit, welche Auflösungen und Frequenzen er verarbeiten kann (EDID-Signal). Kommt darin 24p nicht vor, wird der Player 60i oder 60p liefern. Einige Bildschirme übermitteln diese Information nicht, in anderen Fällen geht die Information auf dem Weg durch einen AV-Receiver oder einen HDMI-Umschalter verloren. Hier hilft es, wenn der Player auf „forced 24p“, also zwangsweises 24p geschaltet werden kann (bei PS3 ab Update 1.90 möglich).
 

Eumel

MV Core Team
#26
Was ist CEC?

"Consumer Electronics Control" ist ein Steuerungsprotokoll für Geräte, die per HDMI miteinander verbunden sind. Damit wird die Bedienung einer Heimvideo-Anlage vereinfacht: Drückt man zum Beispiel beim Disc-Player auf PLAY, so schalten sich Surround-Receiver und Fernseher automatisch ein, sie wählen selbsttätig den richtigen Eingang und der Bildschirm schaltet zudem auf das richtige Bildformat.
 

Eumel

MV Core Team
#27
Wie ist die Kontaktbelegung einer HDMI-Buchse?


[size=-3]Pin1: TMDS Data2+
Pin2: TMDS Data2 Shield
Pin3: TMDS Data2-
Pin4: TMDS Data1+
Pin5: TMDS Data1 Shield
Pin6: TMDS Data1-
Pin7: TMDS Data0+
Pin8: TMDS Data0 Shield
Pin9: TMDS Data0-
Pin10: TMDS Clock+
Pin11: TMDS Clock Shield
Pin12: TMDS Clock-
Pin13: CEC
Pin14: Reserved
Pin15: SCL
Pin16: SDA
Pin17: DDC/CEC Masse
Pin18: +5 Volt Versorgungsspannung
Pin19: Hot plug Detact
[/size]
 

Eumel

MV Core Team
#28
Wie ist die Kontaktbelegung einer DVI-Buchse?



[size=-5]01 = TDMS-Daten 2-
02 = TDMS-Daten 2+
03 = Abschirmung TDMS-Daten 2,4
04 = TDMS-Daten 4-
05 = TDMS-Daten 4+
06 = DDC Takt
07 = DDC Daten
08 = Analog: V-Sync
09 = TDMS-Daten 1-
10 = TDMS-Daten 1+
11 = Abschirmung TDMS-Daten 1, 3
12 = TDMS-Daten 3-
13 = TDMS-Daten 3+
14 = +5 Volt
15 = Masse für +5 Volt
16 = Hotplug-Detect
17 = TDMS-Daten 0-
18 = TDMS-Daten 0+
19 = Abschirmung TDMS-Daten 0,5
20 = TDMS-Daten 5-
21 = TDMS-Daten 5+
22 = Abschirmung TDMS-Takt
23 = TDMS-Takt +
24 = TDMS-Takt -

C1 = Analog: Rot
C2 = Analog: Grün
C3 = Analog: Blau
C4 = Analog: H-Sync
C5 = Analog: Masse[/size]
 

Eumel

MV Core Team
#29
Wie kann es passieren, dass bei HDTV-Wiedergabe Bild und Ton nicht synchron sind ?

Das kann vorkommen, wenn die Verarbeitung von Bild- und Tonsignalen in den verwendeten Geräten unterschiedlich lang dauert. Um dies zu korrigieren, enthalten viele A/V-Verstärker oder Home-Cinema-Receiver einstellbare Verzögerungseinrichtungen, mit denen man diesen Effekt korrigieren kann. Auch Settopboxen sind häufig mit solchen Einrichtungen ausgestattet. Es gibt auch externe Verzögerungsgeräte, die sich in den Audio-Signalweg einschlaufen lassen, zum Beispiel die Primare Delay Box von Precide.
 

Eumel

MV Core Team
#30
Was ist AACS?

Das Daten-Verschlüsselungssystem, das illegales Kopieren von HDTV-Programmen verhindern soll. Dabei wird eine 128-Bit Verschlüsselung eingesetzt (Advanced Encryption Standard AES), die sich in jeder Minute mehrere Hundert Mal ändert. Ausserdem enthält jede Disc einen "Renewal Key Block" und eine individuelle Identifikationsnummer. Jedes legal fabrizierte Abspielgerät verfügt über einen - von Hersteller zu Hersteller verschiedenen - Entschlüsselungsalgorithmus. Nur wenn der "Device-Key" des Gerätes und der "Renewal Key Block" der Disc übereinstimmen, wird das Programm abgespielt.
Eine ausführliche Beschreibung der Kopierschutzmassnahmen finden Sie hier.
 

Eumel

MV Core Team
#31
Was ist BD+ ?

BD+ ist ein Kopierschutz für Spielfilme auf Blu-ray-Discs, der dort zusätzlich zum AACS-Kopierschutz funktioniert. Dazu überprüft eine BD+-Software innerhalb einer Java Virtual Machine die Filmdaten auf eventuelle Manipulationen und stoppt die Wiedergabe, falls die Daten oder Schlüssel irgendwo abgegriffen oder verändert werden. Die BD+-Software überprüft unter anderem den Speicher, ob dort nicht autorisierte Applikationen oder Treiber installiert sind.
 

Eumel

MV Core Team
#32
Was ist HDCP?

"High Bandwith Digital Content Protection" ist ein Kopierschutzsystem, das bei der Uebertragung von Daten über HDMI (immer) und DVI (meistens) zur Anwendung gelangt. Dort verhindert es, dass urheberrechtlich geschützte Inhalte unrechtmässig kopiert werden. HDCP-geschützte Programme können nur von Geräten empfangen werden, deren Eingangsbuchse ausdrücklich mit HDCP gekennzeichnet ist. Es steht jedem Verbreiter von Programmen frei, ob er die HDCP-Verschlüsselung einsetzen will oder nicht. So sendet beispielsweise HD1 mit HDCP, der Demokanal von Astra hingegen ohne.
 

Eumel

MV Core Team
#33
Was ist Dolby Digital Plus?

Ein Audio-Kompressionsformat, das eine Weiterentwicklung des bekannten Dolby Digital darstellt und das höhere Datenraten erlaubt. Damit können bei einer Datenrate von bis zu 6 Mbit/sec. bis zu 13+1 Audiokanäle codiert werden, daneben ermöglicht das System aber eine Steigerung der Audioqualität bei niedrigsten Datenraten. Ausserdem lassen sich zwei verschiedene Datenströme miteinander mischen (etwa Kommentare oder Internet-Downloads). Die weit verbreiteten Decoder für Dolby Digital können die in Dolby Digital Plus enthaltenen 5+1 Basisinformationen ohne Verlust decodieren.
 

Eumel

MV Core Team
#34
Was ist Dolby TrueHD?

Ein verlustlos arbeitendes Audio-Kompressionsformat, das auf dem von der DVD-Audio bekannten MLP (Meridian Lossless Coding) aufbaut. Hier lässt sich die Klangqualität von Aufnahmen mit 192 kHz Abtastrate und 24 Bit Wortbreite einschränkungslos übertragen. Bei Datenraten bis zu 18 Mbit/sec. sind bis zu 14 Audiokanäle sowie Metadaten möglich.
 

Eumel

MV Core Team
#35
Was ist DTS-HD?

Ein Audio-Kompressionsformat, das eine Erweiterung des bekannten DTS Surroundofrmates darstellt. Es benötigt noch mehr Speicherplatz, erlaubt es aber, noch viel mehr Audiokanäle zu speichern und dies auch in noch höherer Qualität bis hin zum völlig verlustfreien Speichern. Abspielgeräte ohne DTS-HD Decoder können eine Abmischung auf 5+1 Kanäle oder auch Stereo wiedergeben.
 

Eumel

MV Core Team
#36
Wofür braucht man Datenkompression?

In der Digitaltechnik sind zwei Begriffe von zentraler Bedeutung: Speicherplatz und Transportkapazität. Beides kostet Geld und steht nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung, also versucht man wo immer möglich, die Datenmenge möglichst niedrig zu halten. Wie die nachstende Grafik zeigt, produziert ein unkomprimiertes 8-Bit Videosignal in High Definition Qualität etwa 891 Megabit pro Sekunde. Bei 10 Bit kommen nochmals ca. 50 Prozent dazu. Wollte man diese Datenmenge auf einer DVD speichern, wäre die Disc nach weniger als 5 Sekunden voll, für HDTV in Spielfilmlänge bräuchte man eine DVD von mindestens 2 Metern Durchmesser. Ausserdem gibt es keinen Laser, der in der Lage wäre, 891 MBit/sec. zu schreiben. Ohne Datenkompression geht es also nicht, Videodaten müssen erheblich komprimiert werden, damit man sie überhaupt senden oder aufnehmen kann. Die populäre MPEG-2 Kompression lässt die Datenmenge auf etwa 18 - 25 MBit/sec. schrumpfen. Dieses System wird überall ausserhalb Europas für Fernsehübertragung benützt und es ist auch als eines von 3 Kompressionsformaten für die Blu-ray Disc und die HD-DVD vorgesehen. Modernere Verfahren erreichen aber einen noch viel stärkeren Kompressionsgrad und ergeben zugleich sogar noch eine höhere Bildqualität. So kommt jetzt in Europa für Fernsehübertragung das hoch effiziente MPEG 4 H.264 AVC zum Einsatz. Dasselbe Format ist - wie auch VC 1 von Microsoft - auch auf den neuen Disc-Formaten im Einsatz. Damit kann man hochauflösendes Video sogar auf einer DVD-ROM unterbringen, die für eine Datenrate von 9,6 MBit/sec. eingerichtet ist.


Quelle aller obenstehenden Informationen: hdtv-forum.ch :)
 
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